Kurz gesagt: Vergleiche Indoor-Sorten nicht über eine einzelne Höhenzahl. Notiere Endhöhe, Struktur, Stretch und Zeitbasis getrennt und stelle sie dem tatsächlich nutzbaren Pflanzenraum deines Setups gegenüber.
Raumhöhe ist nicht Pflanzenraum
Von der lichten Innenhöhe gehen Gefäß oder Unterbau, Leuchtenkörper und Aufhängung, der für dein konkretes Leuchtenmodell vorgesehene Abstand zur Krone sowie eine Bedienreserve ab. Erst der Rest ist der nutzbare Pflanzenraum. Ein Universalabstand wäre hier fehl am Platz: Montage- und Sicherheitsangaben des tatsächlich verwendeten Modells gehen vor.
Grower-Check: Rechne den freien Pflanzenraum zuerst aus. Eine Breeder-Höhe mit der nackten Raumhöhe zu vergleichen, lässt genau die Zentimeter verschwinden, die dein Setup tatsächlich braucht.
Höhe und Struktur sind zwei Merkmale
Kontrollierte Versuche zeigen, dass Cannabisvarianten bei gleicher Umgebung deutlich unterschiedliche Haupttriebe, Internodien und Seitentriebe entwickeln können. Eine kompakte, stark verzweigte Pflanze nutzt den Raum anders als eine lockere, hoch wachsende Struktur. Zusätzlich kann die Umgebung die Morphologie verschieben. Eine Breeder-Höhe ist daher ein kontextgebundener Bereich, keine feste Setup-Konstante.
| Zeile | Was du einträgst | Was du nicht ergänzen solltest |
|---|---|---|
| Endhöhe | attribuierter Bereich für die konkrete Edition und Umgebung | keine Zahl aus einer ähnlich benannten Sorte |
| Struktur | Hinweise zu Internodien, Seitentrieben oder kompakter/lockerer Form | keine Höhenableitung aus einem Sativa-/Indica-Label |
| Stretch | nur den belegten Höhenzuwachs oder Breeder-Bereich | keine pauschale 2×- oder 3×-Regel |
| Zeitbasis | Blütedauer oder Gesamtdauer mit Startpunkt | kein unqualifiziertes Wochenband |
Stretch nur editionsbezogen lesen
Sensi Seeds beschreibt „Durban“ für die eigene Edition mit starkem Höhenzuwachs während der Blüte und nennt als Möglichkeit bis zu eine Verdreifachung. Das belegt, dass ein Breeder Stretch als eigenes Merkmal führen kann. Es ist keine allgemeine Durban-, Sativa- oder Indoor-Regel und keine Messung von cannabis-samen.de.
Fehlt für deine konkrete Edition ein belastbarer Stretch-Wert, ist „nicht dokumentiert“ die bessere Auswahlgrundlage als eine Szenefaustformel. Selbst eine belegte Angabe bleibt ein Quellenbereich, kein Versprechen für deinen Run.
Blütezeit ist nicht Gesamtdauer
Royal Queen Seeds führt für „Hyperion F1“ getrennte Angaben für die Blütezeit und die Gesamtdauer ab Austrieb. RQS zufolge sind diese Werte bei genau dieser Edition verschieden. Der wichtige Punkt ist nicht die konkrete Zahl, sondern die Semantik: Blütephase darf nur mit Blütephase, Gesamtdauer nur mit Gesamtdauer verglichen werden.
Ein nacktes „acht bis neun Wochen“ ist unvollständig. Frage immer: ab welchem Startpunkt, bis zu welchem Endpunkt, für welche Edition und unter welchem Kontext?
Ein schlanker Auswahlzettel
- Ermittle den nutzbaren Pflanzenraum ohne Universalabstände.
- Übertrage die Breeder-Endhöhe samt Indoor-Kontext.
- Notiere Struktur und Seitentriebe getrennt.
- Trage Stretch nur ein, wenn er für genau diese Edition belegt ist.
- Markiere jeden Zeitwert als Blütephase oder Gesamtdauer.
- Lass fehlende Zeilen sichtbar unbekannt.
Dieses Raster ist keine Trainings-, Licht- oder Düngeanweisung. Es hilft dir, Sortenangaben vor dem Setup-Fit vergleichbar zu machen. Im SeedDex können dokumentierte Höhen- und Zeitangaben editionsbezogen zusammenlaufen; ihre Quellenbasis bleibt entscheidend.